Rückblick

Sa., 13.08.2016 - Städtefahrt zu den NaturFreunden Metzingen mit Besuch und Führung durch Tübingen

Auf zur Alb, zur Schwabenalb,

zum Felds vom  weißem Steine.... so beginnt ein Lied über die schwäbische Alb in welchem die Schönheit dieses Landstrichs beschrieben wird. Um sich von dieser zu überzeugen, machten sich 9 Vereinsmitglieder unter der bewährten Führung von Anne an einem Samstag morgen  auf den Weg zum Gegenbesuch der Naturfreunde aus Metzingen, welches am nördlichen Rand ebendieser Alb liegt.

Samstag

Da am Leonberger Dreieck trotz Ferienzeit überraschend kein Stau war, erreichten wir nach knapp 2 Stunden unser Ziel, das Naturfreundehaus Falkenberg. Dort nahm uns die Hüttenwirtin Doris, die uns ein reichliches zweites Frühstück auftischte, der Vereinvorsitzende  Rainer, den wegen seines Nachnamens Wilhelm alle nur Willi nennen, und  unser Stadtführer Günther in Empfang. Nachdem wir unsere Zimmer, die neu renoviert, hell und sauber und großzügig ausgestattet waren, ging es dann durch die Weinberge hinunter in die Stadt. Metzingen hat etwa 30 Hektar Anbaufläche, in der vorwiegend die Rotweinsorten Schwarzriesling, Lemberger und Spätburgunder und  die weißen Sylvaner undRiesling angebaut werden.
Metzingen wird auch  Outlet-City genannt, denn es gibt nicht weniger als 80 Marken, von Adidas bis Zwilling, die ihre Produkte hier in Outlets anbieten. Jedoch nicht etwa wie in Wertheim auf der grünen Wiese außerhalb der Stadt, sondern mittendrin. Etwa 3 Millionen Besucher fallen jährlich hier ein und geben im Schnitt 400 Euro aus. Es ist in diesem Zusammenhang ein böses Gerücht, dass die Männer ihren Ehefrauen die Scheck- und Kreditkarten wegnahmen.
Doch an diesem ersten Tag waren nicht die Outlets unser Ziel, sondern die Altstadt.
Als  Wahrzeichen der Stadt, die 21 000 Einwohner hat, gilt der  Kelternplatz mit den sieben Keltern .. Alle Keltern wurden aufwändig restauriert und dienen heute unterschiedlichen Zwecken. Eine beherbergt  eine Vinothek, die Verkaufsstelle der Weingärtnergenossenschaft, eine das Weinbaumuseum mit der größten alten Kelter Deutschlands, eine wird als Festkelter für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. In einer vierten ist die Stadtbibliothek  untergebracht  und in einer fünften befinden sich mehrere Gastronomiebetriebe. Die beiden restlichen dienen als offene Markthallen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind das alte Rathaus, die Martinskirche und die alte Apotheke.
Nach einer kurzen Einkehr  am Kelterplatz gings auf einem kürzesten Weg wieder hoch zum  Naturfreundehaus, wo uns Doris eine schwäbische Spezialität zum Abendessen auftischte - ein Linsengemüse mit Lammfleischmaultaschen und einem hervorragenden Nachtisch.
Der Abend klang mit einer launigen und informativen Weinprobe heimischer Weine aus, bei der wir uns davon überzeugen lassen mussten, dass nicht nur in Franken ein guter Tropfen wächst, sondern auch am Fuß der Alb.

Sonntag


Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem ausgezeichneten Frühstück in das etwa 15 Kilometer entferne Bad Urach um über den berühmten Wasserfall  auf die Alb, zur Schwabenalb aufzusteigen. Zuerst gingen wir allein vom Parkplatz beim Kurzentrum durch Streuobstwiesen bis wir nach etwa 2 Kilometer auf den Naturtrail „Täler um Bad Urach“ stießen. Und von da an war es mit der Ruhe vorbei, denn wir wurden Teil einer wahren Völkerwanderung, wie sie unsere Führer Willi und dessen Frau Heike noch nicht erlebt hatten, da sich tausende von Menschen wie die Ameisen den Berg hoch bewegten. Vermutlich lag es daran, dass am vorherigen Donnerstag in der Lokalpresse bekannt gegeben wurde, dass dieser Weg zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt wurde.  Wir mussten etwa 200 Höhenmeter auf schmalen Stufen bis zum Wasserfall emporsteigen. Erschwert wurde dieser Aufstieg dadurch, dass uns hunderte von Wanderern entgegenkamen,  die bereits vor uns aufgestiegen waren. Oben angekommen, bot sich uns ein eindrucksvolles Schauspiel. 37 Meter stürzt sich das Wasser frei in die Tiefe, schlägt auf einer Kalkfelsstufe auf und fließt über einem steil abfallenden Gelände ab, wobei  sich mehrere Wasserarme bilden, die sich 50 Meter weiter unten wieder vereinen  und weiterfließen.
Nach einer kurzen Rast ging es dann weitere 100 hoch auf bequemen Waldwegen   bis  zur Quelle des Wasserfalls. Auf diesem Stück begegneten wir nur noch wenigen Wanderern, da ein Großteil der Massen  ab den Fällen  dem  Abstieg den Vorzug gaben.
Die Quelle entspringt in einer Höhe von 623 m.  In diesem Teil der Alb sickert Regenwasser durch das kalkhaltige Gestein und sammelt sich auf der darunter liegenden wasserundurchlässigen Schicht. Als Karstquelle tritt es ungefähr 28 Stunden nach seiner Versickerung und etwa einen Kilometer weiter auf einer Hochwiese zu Tage und bildet schon wenige Meter weiter den Wasserfall. Die Wasserausschüttung der Quelle variiert abhängig von Wetter und Jahreszeit von rund 70 l/s, beispielsweise im Hochsommer, bis zu 420 l/s nach starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze.
In dem der Quelle nahe gelegenen Naturfreundehaus stärkten wir uns dann für den teilweise steilen  Abstieg über die Gütersteiner Wasserfälle.  Nach insgesamt 6 Sunden, 600 Meter Höhenunterschied und 14,5 km zurückgelegtem Weg erreichten wir unseren Ausgangspunkt und fuhren zurück ins Metzinger Naturfreundehaus Falkenberg.
Der Tag klang mit einem hervorragenden Essen und einem gemütlichen Beisammensein mit Metzinger Freunden aus.

Montag

Heute stand  am Morgen „Shopping“ auf dem Programm. Nach dem wir uns von der Hauswirtin Doris mit einem herzlichen Auf Wiedersehen verabschiedet hatten, ging es hinunter nach Outletcity.. Zum Glück hatten wir nur etwa 2 Stunden Zeit, und so mussten wir Männer nicht befürchten, dass die Frauen die durchschnittlichen 400 Euro ( siehe erster Tag) anlegen konnten. Tatsächlich blieb es dann nur bei einigen Euros die wir zusammen daließen.
Dann trafen wir Heike, mit der wir in das nahe gelegene Tübingen fuhren und die uns die schöne Stadt nahebrachte. Tübingen ist ähnlich strukturiert wie Würzburg. Es hat etwa 90 000 Einwohner, liegt an einem Fluss, dem Neckar, hat wenig Industrie und wird stark von der Uni geprägt, bei der knapp 30 Tausend  Studenten/Innen eingeschrieben sind.
Zunächst ging es durch eine wunderschöne Pappelallee am Neckar entlang. Dann ging´s steil hinauf zum Schloss Hohentübingen, von der man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt hat. Es wurde 1039 erbaut, und in seiner langen Geschichte wechselte es mehrmals die Besitzer teils durch Verkauf, teils durch Eroberungen. Heute beherbergt es das Museum der Universität Tübingen und mehrere Institute für Ur- und Frühgeschichte.
Wieder unten in der Stadt trafen wir uns mit den 2 Fußlahmen, die diese Tour nicht mitlaufen konnten, in einem Biergarten am Neckar. Obwohl wir mit der Besichtigung noch nicht fertig war, entschlossen sich die meisten von uns zur Heimfahrt, einesteils weil wir müde waren, andernteils um dem Feierabendverkehr um Stuttgart zu entgehen, was uns auch einigermaßen gelang, sodass wir am frühen Abend wieder in Veitshöchheim waren. Anne und Jürgen setzten die Besichtigungstour mit Heike noch fort.

Mein persönliches Fazit des Ausflugs: ich bin vor über 40 Jahren aus der Gegend um Heidelberg nach Mainfranken ausgewandert, und wir Badener, nicht Badenser,  haben zu den Schwaben ein ähnlich inniges Verhältnis wie die Bayern zu Preußen. Aber nach diesen drei Tagen werde ich mein persönliches Verhältnis zu den Schwaben im positiven Sinn revidieren müssen- Land und Leute gefallen mir gut. Und ich werde wieder kommen.

Wolfgang Beyer

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Rückblick / Vergangene Veranstaltungen

Sa., 06.05.2017 - "Das NaturFreundehaus - ein Ort für Integration"

Sa., 10.12.2016 - NaturFreunde-Kinder bescherten die Tiere im Wald und wurden vom AWO-Kinderhaus selbst beschenkt

Fr., 16.08.2016 - Kinder lernten richtigen Umgang mit Hunden - Ein einmaliges Erlebnis mit DLRG-Suchhunden im Veitshöchheimer Ferienprogrammangebot durch die NaturFreunde

Sa., 30.04.2016 - Monatstreffen - Fluchtursachen

Rückblick siehe Veitshöcheim-Blog