Das Jahr 2013 - 100 Jahre NaturFreunde Würzburg

Am 18. Januar 1913, vor über 100 Jahren, wurde unsere Ortsgruppe Würzburg gegründet.

Anlässlich dieses Jubiläums veröffentlichten wir eine Festschrift, in welcher Sie auch hier ganz unkompliziert stöbern können. Viel haben wir in der Vergangenheit erlebt und geschafft, viel passiert gerade und spannend ist die Zukunft. Nehmen Sie die Einladung an und erleben Sie zusammen mit uns ein Stück Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Ihre NaturFreunde Ortsgruppe Würzburg

Geschichte unserer Ortsgruppe

1913
Der Ruf der Naturfreundebewegung wurde auch in Würzburg gehört. Am 18. Januar wurde in der Gaststätte "Zum Ochsen" die Ortsgruppe Würzburg aus der Taufe gehoben. Das Gründungsreferat hielt Xaver Steinberger, später über viele Jahre Bundesvorsitzender der Naturfreunde. In seiner Aussprache ging es damals schon um die Jugendpflege und die Gründung einer Jugendgruppe. [Heute hat die Naturfreundejugend eine eigene Organisationsform mit der NFJI (Naturfreundejugendinternationale) in Zürich an der Spitze. ] Erster Vorsitzender war Georg Schnarr. Der Jahresbetrag belief sich auf 3 Mark, es gab wöchentliche Wanderungen und monatliche Mitgliederversammlungen. Ende 1913 hatte die Ortsgruppe bereits 159 Mitglieder und ein eigenes monatliches Mitteilungsblatt.

1914-1918
Mit dem Beginn der 1. Weltkriegs begann das Vereinsleben zu leiden, da viele Mitglieder zu den Waffen gerufen wurden. Sorgen und Hunger nahmen überhand. Eine Generalversammlung 1918 meldete 89 Freunde beim Militär, 12 gefallen, 6 vermißt. Eine Jugendgruppe mit 20 Mitgliedern wurde gegründet.

1919-1933
Es ging wieder aufwärts, bald waren es 250 Mitglieder. Die Wandersektion umfaßte allein acht Führer. Am 12. September 1920 wird der Grundstein des Naturfreundehauses "Am Kalten Brunnen" in Veitshöchheim gelegt, das am 5. Juli 1921 eigeweiht wird. Da für den Hausbau nur Sonntage zur Verfügung standen (samstags wurde ja noch gearbeitet), kann man sich vorstellen, welche Leistung dahintersteckt. Die Mitgliederzahl stieg, die Geldentwertung schluckte Barvermögen wie Schulden gleichermaßen. Das Grundstück wurde bepflanzt, das Haus innen gestaltet und ausgeschmückt. Wanderfreund Gruß schuf die zum Glück erhalten gebliebenen Bilder im Aufenthaltsraum. Es gab einen regen Aufschwung in der Wandertätigkeit und regen Gedankenaustausch mit anderen Ortsgruppen.

1933-1945
Der 30 Januar 1933 brachte für die Naturfreunde das vorläufige "Aus" - niemand ahnte, für wie lange. Unser Haus "Am Kalten Brunnen" wurde von SA und HJ besetzt und übel zugerichtet. Außer dem Protokollbuch von der Gründung bis zum Jahre 1922 hat die Ortsgruppe keine nennenswerten Unterlagen mehr. Per Gesetz vom 3. April 1933 über die Enteignung von zu antinationalen Zwecken verwendetem Gut wurde das Haus dem "Fränkischen Albverein" (FAV) überlassen. Dieser bekam es nach langem Feilschen mit dem Land Bayern am 1. März 1940 übereignet. Bald fanden sich viele Naturfreunde wieder in "ihrem" Haus ein - das Haus war und blieb fortan in den Händen der Naturfreunde. Willi Klein, der Vorsitzende des FAV, ging ein großes Risiko ein, denn es war klar, daß damit passiver Widerstand geleistet wurde. Durch die Wanderungen rückte man enger zusammen. Nach der Schreckensnacht der Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 bot das Haus fast 40 Naturfreunden Schutz und Trost. Nach der Befreiung wurde ganz unprosaisch das FAV-Schild abgenommen und schon vor der offiziellen Wiedergründung am 10. Februar 1946 war es somit wieder ein echtes Naturfreundehaus.

Die Nachkriegszeit:
Es waren nur wenige, die bei der Neugründung im "Bauchs-Keller" dabeiwaren, denn es waren viele evakuiert, andere gefallen oder gefangengenommen. Alle Neugründungsmitglieder waren schon vor 1933 tätig gewesen; der erste Vorsitzende hieß Hans Reith. Schon am 1. Februar 1947 veranstaltete die Ortsgruppe im "Bauchs-Keller" wieder einen Faschingsabend; ein Zeichen, daß das Leben in den Ruinen wieder zu blühen begann. Am 2. April 1947 wurde die Jugendgruppe gegründet, die bald so regen Zulauf hatte, daß sie die ihr zuströmenden Jugendliche nicht mehr integrieren konnte. Ihr Mitgliederstand pendelte sich bei ca. 60 ein. 1949 half sie mit, ein Jugendheim am Berliner Ring auszubauen, nachdem die Nutzung des Jugendcenters im US-Hospital auf Dauer nicht möglich war. Viele Veranstaltungen gingen gerade am Wochenende von ihr aus.

Weitere Informationen zur Geschichte der NaturFreunde (externer Link)